Christian Großmann kennt Hörsysteme wie kaum ein anderer. Als erfahrener Hörakustiker und langjähriger Branchenkenner hat er die Entwicklung moderner Hörtechnologie über Jahrzehnte hinweg begleitet – und selbst intensiv erlebt.
Im Gespräch berichtet er von seinen persönlichen Erfahrungen mit Widex Allure: von ersten Höreindrücken über besondere Klangmomente bis hin zur täglichen Arbeit mit der Widex Compass Cloud. Dabei wird deutlich, worauf es heute wirklich ankommt – ein Hörerlebnis, das sich natürlich anfühlt, präzise unterstützt und im Alltag überzeugt.
Ein Interview über feine Unterschiede, große Wirkung – und die Faszination, Klang neu zu entdecken.
Zum Warmwerden, Herr Großmann: Sie haben ja nicht das erste Widex-Hörsystem am Ohr.
Ja, das stimmt.
Als Sie das Allure angepasst bekommen haben und dann auch selbst noch einmal nachjustiert haben: Wie war Ihr erster Eindruck?
Was sofort auffiel: Der Raumeindruck war außergewöhnlich und ganz anders als bei den vorherigen Hörsystemen, die ich kannte. Das hat sofort die Motivation geweckt, da tiefer einzusteigen.
Beim Musikhören, an einer wirklich guten Hi-Fi-Anlage bin ich auf Entdeckungsreise gegangen. Herausragend ist für mich der Detailreichtum, den die Geräte vermitteln, ohne dass man merkt, dass man Hörsysteme trägt. Bei allem, was ich vorher getragen habe, hat
man gemerkt, da ist Technik am Ohr. Die macht vielleicht auch etwas Gutes – aber man hat sie wahrgenommen.
Hier ist es anders, unauffällig und gleichzeitig sehr wirkungsvoll. Der klassische Moment ist für mich: Wenn ich ausschalte, denke ich sofort, da fehlt etwas.
In welchen Situationen nutzen Sie Allure Hörsysteme besonders gern?
Gerade beim bewussten Musikhören, ich meine nicht Radio nebenbei, sondern wirklich hinsetzen, gezielt Musik auswählen, setze ich die Hörsysteme ganz bewusst ein.
Ein Beispiel: Ich habe kürzlich wieder die Köln-Konzerte von Keith Jarrett komplett durchgehört und gedacht, ich hatte schon fast vergessen, wie viel da eigentlich hörbar ist, auch von seiner eigenen Geräuschkulisse, nicht nur vom Instrument.
Das ist für mich wirklich eine neue Entdeckungsreise und genau das würde ich den Allure-Geräten zuschreiben.
Herr Großmann, wie haben Sie denn den Anpassprozess mit der Compass Cloud erlebt?
War natürlich etwas ganz Neues. Mal abgesehen von den technischen Herausforderungen am Anfang ist es ungewohnt, weil das Vorgehen anders ist als das, was man über die Jahre gemacht hat. Man muss sich kurz in neue Abläufe einarbeiten.
Aber in dem Moment, wo die Cloud installiert ist und alles funktioniert, ist es genauso barrierefrei, wie ich das auch vorher von der Software kannte. Die Startvorgänge passen, sie sind gut.
Die Strukturierung der neuen Cloud-Software gefällt mir persönlich sogar etwas besser, auch wenn man sich noch ein Stück weit zu Hause fühlt. Es ist ja nicht komplett neu, aber es ist deutlich anpassorientierter.
Und das ist für den Hörakustiker aus meiner Sicht entscheidend, weil er im Sinne des Kunden handeln kann. Es geht darum, gemeinsam effizient zu einem guten Ergebnis zu kommen.
Gibt es eine Art Schlüsselerlebnis, das Sie mit Allure verbinden?
Ich habe mich in letzter Zeit intensiv mit meiner Hi-Fi-Anlage beschäftigt, insbesondere mit der Frage, inwieweit man selbst bei einem digitalen Signal über ein LAN-Kabel auf dem Weg zum Verstärker noch Optimierungen herausholen kann.
Das habe ich mit einem technischen Bauteil ausprobiert. Die Erkenntnis, dass diese Veränderungen auch mit einem Hörsystem, in dem Fall mit Widex Allure, hörbar sind, war für mich ein echtes Schlüsselerlebnis.
Ich habe das relativ schnell wahrgenommen. Vieles, was ich heute als sehr positiv bewerte, basiert genau auf diesem Moment.
Man investiert in ein technisches Detail und stellt fest, dass man den Unterschied mit einem Hörsystem tatsächlich hört. Das war für mich ein klares „Wow“.
Wir hatten vorhin schon über Zusatzfeatures gesprochen, zum Beispiel ein Escape-Programm für sehr anspruchsvolle Hörsituationen. Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich für Allure wünschen?
Der Wunsch nach so einem Escape-Punkt entsteht aus konkreten Situationen. Zum Beispiel bei gesellschaftlichen Anlässen mit einem Sprecher, wo man ein sehr gutes Sprachverstehen hat, dann aber plötzlich Applaus aufkommt oder Nebengeräusche entstehen.
In solchen Momenten stellt sich die Frage, ob es eine Art direkten Eingriff gibt, eine Art Notbremsfunktion. Das war der Gedanke dahinter. Ich glaube aber auch, dass man mit mehr Routine im Umgang mit den Hörsystemen solche Situationen gut in den Griff bekommt.
Ein weiterer Punkt ist das Thema Richtmikrofone. Gerade im PureSound-Modus arbeiten die Geräte permanent mit ihren Algorithmen. Es gibt Situationen, in denen ich mir wünschen würde, selbst stärker eingreifen zu können. Nicht, weil die Automatik schlecht ist, sondern weil man manchmal einfach eine eigene Präferenz hat.
Ob das am Ende wirklich besser ist, würde sich zeigen. Aber wenn man einen Wunsch äußern darf, dann wäre es genau diese Möglichkeit, noch etwas mehr Kontrolle zu haben.
Wenn Sie Widex Allure in einem Satz beschreiben müssten, wie würde dieser lauten?
Ein Meilenstein in der Entwicklung von Hörsystemen, wie ich ihn in meiner langen Laufbahn schon mehrfach erleben durfte. Es ist spannend und ich bin froh, dass ich diese Geräte selbst noch erleben kann.
Und in drei Worten?
Naturgetreu, spannend, detailreich.